Nachtfrisuren – Sleeping Beauty im Flechtwerk

Das Flechtwerk-Monatsthema ist diesmal Schlaffrisuren, also Frisuren für die Nacht. Ehrlich gesagt ist das bei mir ein Problem, das in gewissem Sinne noch „ungelöst“ ist. Wenn ich die Haare ausgekämmt habe, habe ich meine Nachtfrisur gefunden, aber ich habe noch keine lockenschonende Nachtfrisur im Repertoire. Über Nacht werden meine Locken eigentlich immer zerzauster und loser, egal, was ich damit mache. Falls ihr also gute Ideen habt für die Schonung von Locken in der Nacht, dann schreibt mir das bitte in die Kommentare! Hier findet ihr jetzt trotzdem eine Sammlung meiner nächtlichen Frisuren und Ratschläge.

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1. Kissenbezug aus Seide

Das erste, was ich angeschafft habe, als ich im LHN zu lesen begonnen habe, meine Haare wachsen lassen und nachts schonen wollte, war ein Kopfkissenbezug aus Seide. Ich habe inzwischen zwei Stück, die ich im Wechsel benutze. Der Vorteil ist, dass Seide sehr glatt ist und die Haare so nicht so stark beansprucht, wenn sie über das Kopfkissen „gerubbelt“ werden (wenn man darauf herumrutscht, sich umdreht usw.). Außerdem saugt Seide wohl weniger als Baumwolle, d.h. das Fett, welches man in den Haaren behalten will (eigenes oder Leave-In), wird nicht gleich wieder vom Kissenbezug „weggesaugt“. Die Haare werden so also weniger ausgetrocknet, was gerade bei meinen trockenen Haaren wichtig ist.

Irgendwie ist das ein bisschen dekadent, aber das gefällt mir, und ich mag auch dieses sehr glatte, kühle Gefühl der Seide an meinem Gesicht. Gerade im Sommer ist das viel toller als ein schnöder Baumwollüberzug. ;-) Fündig geworden bin ich übrigens auf ebay, die Anbieter wechseln da aber so schnell, dass man einfach das aktuell beste Angebot raussuchen muss, da kann ich keine dauerhaften Tips geben.

2. Ananas bzw. hoher Wuscheldutt

Eine Nachtfrisur, die ich nur ein paar Mal ausprobiert habe, die bei mir aber nicht funktioniert. Empfohlen wird sie vor allem für Lockenköpfe. Bei kürzeren Haaren macht man einfach einen sehr hohen „Pferdeschwanz“, also ganz oben auf dem Kopf und schläft so. Das schont natürlich die Locken, weil die dann oberhalb des Kopfes liegen und man nicht darauf liegt bzw. sich dreht. Bei längeren Haaren kann man sie auch noch einmal umschlagen und die letzte Schlaufe des Haargummis drumziehen, so dass es ein sehr lockerer Wuscheldutt alias Putzfrauendutt wird.

Bei mir funktioniert das nicht, weil ich davon schreckliche Haarwurzelschmerzen bekomme, wenn ich alle Haare so nach oben „zwinge“ und die ganze Nacht so lasse. Wenn ich das dann wieder öffne, tut mir wirklich die ganze Kopfhaut weh. Es würde wirklich nur gehen, wenn ich das Haargummi ganz, ganz locker lasse, aber dann löst sich die Frisur über Nacht eher völlig auf…

3. Puma-Methode

Die Puma-Methode beschreibt Lenja hier recht ausführlich. Eigentlich bedeutet das nur, dass man die Haare nach hinten oben übers Kopfkissen legt. Ich probiere das meist in der ersten Nacht nach der Wäsche, eben um die Locken möglichst zu schonen und nicht draufzuliegen. Irgendwie gelingt mir das aber auch nicht immer. Ich habe dann manchmal Probleme einzuschlafen (weil ich die Haare bei jedem Umwälzen wieder drapiere und davon wieder wacher werde) oder wache nachts auf, weil ich mich umdrehe und dann wieder (im Halbschlaf) versuche, meine Haare nach oben zu sortieren. Sehr seltsam eigentlich. Manchmal wache ich dann aber doch mit offenen Haaren auf, auf denen ich draufliege…

Die Puma-Methode „versuche“ ich also eher, als dass ich sie wirklich anwende. Sie sorgt bei mir für unruhigen Schlaf und das mit dem Lockenschonen gelingt trotzdem nicht immer. Egal wie ich mit offenen Haaren schlafe, sie sind danach eben zerzauster als am Abend vorher. Und mit zerzausten Locken fühle ich mich meist nicht wohl, da kämme ich dann oft lieber…

4. Seidenhauben

Schlafhauben Seide

Schlafhauben aus Seide

Hier seht ihr meine drei Schlafhauben aus Seide. Die rote habe ich günstig auf ebay bekommen, es ist einfach ein Kreis mit Gummizug. Am Anfang war die toll, mit längeren Haaren und damit mehr Volumen hat sie aber nicht mehr gehalten und ist mir in der Nacht immer öfter vom Kopf gerutscht, daraufhin habe ich sie im LHN vertauscht. Sie ist jedenfalls das perfekte Einsteigermodell, wenn man mal eine Seidenhaube ausprobieren will.

Die linke, schwarze ist aus einer deutlich festeren Seide, eher Wildseide, und da habe ich mich manchmal gefragt, ob das wirklich so haarschonend ist, da sie nicht ganz glatt ist. Sie hat vorne kein Gummiband, sondern ein eingenähtes Band, das man straff ziehen und dann im Nacken knoten kann, nur im Nackenbereich ist über ein Stück hinweg ein Gummiband eingenäht. Qualitativ ist sie sehr hochwertig und ihr bekommt sie auf etsy bei „A snood for all seasons“ (wobei ich meine auch aus der Tauschbörse im LHN habe).

Die ganz rechte Haube in creme ist wieder von ebay und aus ganz glatter Seide. Sie hat ein lockeres Gummiband, aber eben auch ein angenähtes Dreieckstuch. Damit hält sie – wenn man es richtig anstellt – von allen drei Hauben am besten. Man zieht sie so über den Kopf, dass das angenähte Tuch nach vorne, zur Stirn zeigt und quasi übers Gesicht hängt. Dann klappt man das Dreieck nach hinten und verknotet die beiden langen Seiten im Nacken. So kann man auch die glänzende, noch glattere Seite der Seide nach innen zu den Haaren hin tragen, dann zeigt die glänzende Seite des Dreiecktuchs wieder nach außen. Äh – hat das jemand kapiert? :D

Das Tragen von Seidenhauben ist wahrscheinlich die haarschonendste Methode und ich habe sie eine ganze Weile lang regelmäßig angewandt. Die Haare kommen wirklich nur mit der Seide in Berührung (bei mehr Länge liegen ja irgendwann nicht mehr alle Haare auf dem Kopfkissen, sondern auch auf Laken und Bettdecke, wenn sie offen oder im Zopf sind), sie werden am wenigsten verwurstelt und sind am nächsten Morgen ganz einfach zu entwirren bzw. verknoten sich erst gar nicht. Man braucht keine Haargummis, Klammern oder sonstwas, was die Haare irgendwo belasten könnte. Ich habe damit auch immer sehr gut geschlafen, mich hat das gar nicht gestört. Die Haare habe ich vor dem Überziehen der Haube einfach zu einem lockeren Cinnamon gedreht, kurz mit einer Hand festgehalten, Haube drüber, dann hat sich das wieder aufgelöst, aber das macht ja nichts.

Besonders lockenschonend war es aber auch nicht. Mit offenen Haaren zu schlafen hat seltsamerweise für die Locken immer noch ein besseres Ergebnis gebracht als in der Seidenhaube, auch wenn ich das nicht verstehe. Vielleicht sollte ich das wieder mal testen. Womit ich zu dem Grund komme, warum ich aufgehört habe, sie zu tragen: Seidenhauben sind natürlich schrecklich unsexy und naja, sooo alt bin ich ja auch noch nicht. ;-) Andererseits kann man so schon beim Schlafengehen klare Signale setzen… ;-)

5. Flechtzopf

Das ist die Schlaffrisur, die ich momentan so gut wie immer trage. In der ersten Nacht nach der Wäsche oft offen oder Puma, wenn ich dann gekämmt habe (also die folgenden 5-7 Nächte), einfach ein englischer Flechtzopf. Es geht schnell und die Haare sind am nächsten Morgen perfekt zu entwirren. Beim Schlafen stört der Zopf mich meistens auch nicht. Nur die Locken finden das auch nicht so toll (ich hab’s auch schonmal unausgekämmt versucht, einfach zu flechten), die Flechtwellen zanken sich dann mit den Naturwellen und das Ergebnis ist irgendwie auch nicht so besonders.

Nachtzopf

Meine normale Nachtfrisur – ein Engländer

Ich habe auch mal zwei Zöpfe ausprobiert, wenn man nur auf dem Rücken schläft, ist das sicherlich angenehmer, weil man sie nach vorne über die Schulter nehmen kann. Aber insgesamt dauert mir das zu lang, zwei Zöpfe zu machen und es sind dann zwei Dinge, die irgendwie blöd liegen können, statt nur eines. ;-)

Vor dem Flechten kämme ich meistens durch, gebe ein paar Tropfen Öl oder Haarcreme in die Spitzen und flechte dann erst, wobei der Rest davon beim Flechten im Haar verteilt wird. Oft gebe ich dann noch eine Idee Leave-In (meist Brustwarzensalbe) in die Zopfquaste, um diesen Teil besonders zu schützen. Als Haargummi nehme ich ein ganz normales, weiches Haargummi ohne Metall (!), das ich auch relativ locker wickle, um Haarschäden zu vermeiden. Das hängt dann vom Ausleierungsgrad ab, wie oft ich es herumwickle, so 3-4 Mal bei meiner Haardicke… Oben seht ihr ein Foto von meinem momentanen Engländer. Für mich ist das die einfachste, schnellste und bequemste Nachtfrisur, nur das Lockenproblem besteht noch…

Und jetzt freue ich mich wie immer auf die Beiträge von HeikeNessaBobblyLenja und Louisa!

10 Kommentare

  1. Thalia from Prussia
    15. Februar 2014

    Ich bevorzuge die Methode mit dem „nach oben übers Kissen legen“. Engländer drückt beim Draufliegen, Snoods sind nicht meins und Dutt auf dem Kopf tut nur weh (der wiegt ja auch schon einiges). Die Haare lege ich aber nicht nur nach oben, sondern klappe sie unter das Kissen. Dann hauen sie nachts nicht ab und nix zieht über die Bettkante. Das mache ich seit Jahren so und hatte noch nie Knoten oder verfilztes Haar.

    • Wuscheline
      15. Februar 2014

      Hmmm, das klingt eigentlich nicht schlecht. Wäre für mich aber komplett untauglich, weil ich mich gerade beim Einschlafen dauernd hin und her drehe und auch mal auf dem Bauch schlafe…

      Und den Engländer lege ich meist über eine Schulter (wenn ich auf dem Rücken liege), dann drückt auch nichts. Auf der Seite oder dem Bauch sowieso nicht.

  2. Sophia
    15. Februar 2014

    Ahoi :-)
    Krass, ich habe genau dasselbe Problem wie Du, liebe Wuscheline: Auch lockige lange Haare und nächtliche Verknotungsproblematiken. ^^ Ich trage deswegen ebenfalls meistens einen Engländer oder Flechtzopf, auch mit Öl in den Spitzen und metalllosem Zopfgummi. Snood (=Häubchen, oder?) habe ich noch nicht ausprobiert. Meinem Freund standen die Haare zu Berge, als ich mal davon erzählt hatte: „Dann schlaf ich aber auf dem Sofa!“ *augenroll* Naja, irgendwie habe ich mir dann doch kein Häubchen bestellt und nähen kann ich nicht. Die anderen Varianten mit übers Kopfkissen, Dutt oben auf dem Kopf usw. funktionieren bei mir exakt aus denselben Gründen nicht, wie bei Dir….
    Tja, äh… jemand Ideen? Ich fürchte ja, es bleibt bei Flechtzopf oder Häubchen (vielleicht schaff ich mir mal eins aus dunkelbrauner Seide an, sieht dann fast aus wie Haare und stört den Bettnachbarn nich mehr so *lach*).
    Liebe Grüße
    Sophia

    • Wuscheline
      16. Februar 2014

      Ja, schade, dass du auch nix besseres weißt… Also, wem was einfällt, hier nochmal der Aufruf aller versammelter Lockenköpfe… :-D

  3. anitaswelt
    16. Februar 2014

    Die Problematik kenne ich nur zu gut. Bis zum Klassiker habe ich immer mit offenen Haaren geschalfen – ich kannte ja nix anderes. Ab Mitte Oberschenkel ging das dann nicht mehr, weil die Länge einfach zuviel wurde. Seither schlafe ich mit Zopf. Die Puma Methode hat leider auch nicht geklappt, da war ich ebenfalls die halbe Nacht damit beschäftigt, die Haare wieder nach oben zu legen und hab kaum geschlafen. Beim Zopf ist es einfacher, flechten, über die Bettkante legen und gut. Klar liege ich auch drauf aber den Zopf kurz wegzulegen ist einfacher als alle Haare erneut zu drapieren.

    • Wuscheline
      16. Februar 2014

      Oh, ja, das glaube ich, dass mit deiner Mähne nur noch Flechtzopf geht! Häubchen könntest du natürlich probieren, dann brauchst du kein Kopfkissen mehr… ;-)

  4. Hana Mond
    16. Februar 2014

    Am angenehmsten finde ich zwei Flechtzöpfe – aber auch mir dauert das meist zu lange, ich bin abends vorm Schlafengehen einfach faul :D

    • Wuscheline
      16. Februar 2014

      Eben, wenn man Zeit hat… Aber mich stört der Zopf inzwischen echt nicht mehr. Es gab mal eine Länge, da lag er immer blöd, aber inzwischen geht das gut.

  5. wasmachtHeli
    16. Februar 2014

    Genau das ich gerade auch mein Thema. Ich weiß einfach nicht, wohin nachts mit den Haaren. Puma hält nur, bis ich mich das erste Mal umdrehe, dann habe ich die Haare einmal um mich rum gewickelt. :-)
    Die Hauben finde ich spannend. Ich glaube, die schaue ich mir mal an.
    Dankeschön für diesen Artikel.

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