Meine liebste Pre Wash Kur 2.0 für trockenes Haar

Ich hatte euch meine liebste, selbstgemixte Pre Wash Kur hier schon einmal vorgestellt. Ich mache sie immer noch so oft wie möglich (mindestens bei jeder zweiten Wäsche), da sie meinen trockenen Haaren wirklich viel Pflege und Feuchtigkeit gibt. Inzwischen habe ich mein Rezept aber etwas verändert und verbessert und möchte euch die Kur also nochmal zeigen. Die Grundzutaten hat wahrscheinlich jeder daheim und es steht also fast nichts im Weg, die Kur mal auszuprobieren. :)

Mein Rezept ist für hüftlange, relativ dicke/viele Haare, insofern müsst ihr es natürlich abwandeln, wenn ihr dünneres oder einfach kürzeres Haar habt. Ich gebe euch erstmal die Kurzfassung und erkläre dann nochmal Schritt für Schritt, was ich wie dazugebe (und warum).

Kurz-Rezept für meine Pre Wash Kur:

  • 1 Eigelb (aufschlagen)
  • 4-5 EL Öl (dazumischen und so Mayonnaise machen)
  • 1-2 EL Aloe Vera Gel (z.B. Sundance)
  • 4 EL Spülung/Conditioner/Haarkur
  • 4 EL Flüssigkeit (davon gerne 2 EL Kokosmilch und 2 EL Wasser/Hydrolat/Tee)

Diese Mischung gebe ich dann auf meine ungewaschenen, trockenen Haare. Das ist die Neuigkeit. Dadurch, dass ich Flüssigkeit in die Mischung gebe, muss ich meine Haare vor der Kur nicht extra anfeuchten und spare mir so Aufwand und Zeit. So, und nun nochmal langsam von vorn:

1. Eigelb

Das Eigelb kommt nicht wegen der Proteine in die Haarkur, dafür sind die Proteine im Ei meines Wissens nach zu groß und haben auch die falsche Form (rund/globulär, die im Haar sind ja faserig/fibrillär), da kann sich nichts im Haar einlagern, das würde nicht funktionieren. Ich bin absolut keine Chemikerin und wäre da dankbar für jeden Hinweis, ob meine Vermutung stimmt! Das würde jedenfalls auch erklären, warum meine Haare diese Kur so gerne mögen, obwohl sie auf Proteine in Haarpflegeprodukten sonst eher zickig reagieren.

Eigelb enthält aber Lecithin und damit kann man Emulsionen herstellen (z.B. Mayonnaise), d.h. es verbindet sich mit Öl und Wasser. Dadurch wird meine Kur cremig und tropft nicht! Eigelb enthält auch Fett und wirkt als Rückfetter (Phospholipide). Gleichzeitig ist Lecithin ein natürliches Tensid und sorgt zusätzlich also dafür, dass meine Kur-Mischung trotz der ganzen Öle sehr einfach auszuwaschen ist. Man kann mit Eigelb ja auch die Haare waschen (vgl. Honig-Ei-Shampoo) und diesen Aspekt mache ich mir auch zunutze.

Ich schlage das Eigelb also erstmal etwas länger auf (Handrührgerät, Küchenmaschine oder Sportliche mit dem Schneebesen), bis es leicht schaumig wird. Dann erst gebe ich tropfenweise das Öl dazu. Auf das Eiweiß verzichte ich meist, da hier nicht so viele sinnvolle Stoffe enthalten sind und es die Kur insgesamt zu flüssig macht. Man kann aber auch das Eiweiß dazu geben und dafür am Ende etwas weniger Flüssigkeit.

2. Öle

Die Öle rühre ich nach und nach in das aufgeschlagene Eigelb, sodass eine schöne, dicke Mayonnaise entstehen kann. Ich benutze immer eine Mischung aus verschiedenen Ölen, aber natürlich geht es auch nur mit einer Ölsorte. Und gerne auch Öle, die ihr sowieso in der Küche stehen habt!

Ich verwende fast immer 1 EL Rizinusöl, das Öl ist sehr dick und pflegend und soll das Haarwachstum fördern (also vor allem beim Einmassieren in die Kopfhaut). Würde man die Kur mit 5 EL Rizinusöl anrühren, würde sie wahrscheinlich zu schwer auswaschbar werden, deshalb mische ich. Außerdem verwende ich fast jedes Mal 1 EL „festes“ Öl, das ich zuerst in der Mikrowelle aufwärme, also zum Beispiel Kokosöl (wenn euer Haar das mag), Sheabutter, Babassuöl oder auch Kakaobutter. Diese Fette oder (bei Zimmertemperatur) festen Öle sind eben sehr pflegend, pur angewendet aber auch wieder schlecht auswaschbar.

Außerdem verwende ich gerne schnödes Olivenöl, Avocadoöl, ArganölSesamöl, Mandelöl oder auch Senföl (soll anregend auf die Kopfhaut und wachstumsfördernd wirken). Oder was ich halt sonst so finde. :) Natürlich kann man auch Ölmischungen verwenden, zum Beispiel das Khadi Amla Haaröl, das Khadi Vitalisierende Haaröl, das Rosmarin-Haaröl von Weleda, das Haaröl von Lavera oder von Neobio oder Haaröle von Alterra, Alverde usw. Oder auch ganz einfach Körper- oder Massageöle, die man so im Haus hat (zum Beispiel eines der lecker duftenden Monoi Tiaré Öle). Ich mische gerne einen Esslöffel von solchen duftenden Ölen in meine Kur, damit sie gut riecht. :)

Die fertige Mayonnaise sieht dann ungefähr so aus:

Mayonnaise

3. Aloe Vera Gel

Für meine Kur benutze ich als Feuchtigkeitsspender meist nicht das bessere und teurere Aloe Vera Gel von Aubrey Organics, sondern das günstige Aloe Vera Après Gel von Sundance (bei dm bei den Sonnenpflegeprodukten). Hier ist zwar etwas Alkohol enthalten, aber nur sehr wenig. Und wenn das Produkt nicht im Haar bleibt, sondern nach ein paar Stunden wieder ausgespült wird, macht es auch nicht so viel aus. Zumindest ist das bei mir so. Außerdem ist das Gel nicht flüssig wie normales Aloe-Vera-Gel, sondern glibberig-fester, sodass es ganz gut zur Konsistenz meiner Kur passt.

4. Spülungen und Haarkuren

Auch hier mische ich wild zusammen, aber natürlich würde eine einzige Spülung oder Kur auch reichen. Hier brauche ich auch Spülungen auf, die ich nicht so mag, weil sie nicht pflegend genug sind oder (viel) Alkohol enthalten. Jedenfalls mische ich gerne einen Esslöffel einer proteinhaltigen Spülung hinein, zum Beispiel die GPB Haarspülung von Aubrey Organics oder die Aktiv-Haarpflegespülung von Biofficina Toscana. Pur angewendet finden das meine Haare nicht so super, aber im Mix mögen sie es.

Außerdem eignet sich meine Mischkur auch prima zum Aufbrauchen von Alverde- oder Alterra-Spülungen oder Kuren. Oft nachgekauft habe ich dafür zum Beispiel die Alterra Granatapfel & Aloe Vera Haarkur. Diese Kuren und Spülungen mische ich jedenfalls unter Rühren esslöffelweise in die vorher entstandene Mayonnaise. Insgesamt sieht meine Mischung dann ungefähr so aus, schön cremig:

Haarkur

5. Flüssigkeit

Zuletzt gebe ich Flüssigkeit zu meiner cremigen Kur dazu. Ungefähr genauso viele Esslöffel wie Öl und Spülung hat sich als sinnvolles Mischungsverhältnis erwiesen. Man kann einfach Leitungswasser oder gefiltertes Wasser nehmen. Oder einen (Haar-)Tee. Oder einen Teil des Wassers durch Hydrolate (Rosenwasser, Lavendelhydrolat usw.) ersetzen. Und sehr gerne mische ich auch etwas Kokosmilch unter. 4 EL Kokosmilch sind meinen Haaren aus irgendwelchen Gründen wieder zu viel, aber 2 EL pflegen nochmal zusätzlich und sollen Glanz geben.

Die Mischung wird dadurch natürlich flüssiger und fällt quasi auch wieder etwas zusammen.

Haarkur mit Fluessigkeit

6. Auftragen und Einwirken

Jetzt gebe ich die Kur auf meine ungewaschenen, trockenen Haare. Ich beginne dabei bei der Kopfhaut, erst vorne, dann hinten, dann in der Mitte und massiere die Mischung auch etwas in die Kopfhaut ein. Dann folgen die Spitzen und Längen, die Reste tupfe ich sozusagen mit den Spitzen auf. Dann sind die Haare wirklich gut bedeckt mit Kur, bei mir tropft es aber trotzdem nicht!

Ich türme die Haare dann auf dem Oberkopf zu einer Art Cinnamon Bun zusammen (hält bei mir kurz von alleine) und gebe dann erstmal eine Duschhaube drüber (meine kaufe ich immer beim dm und benutze sie mehrere Monate, bis sie ausgeleiert sind). Oben drüber kommt dann mein Handtuchturban zum Zuknöpfen, um die Kur warm zu halten. Je nach verfügbarer Zeit und Laune lasse ich die Kur 1-4 Stunden so einwirken.

7. Ausspülen

Die Pre Wash Kur wasche ich dann (kopfüber) erstmal mit warmem (nicht heißem!) Wasser aus. Ich stelle unseren Duschkopf dabei auf Massage ein, um die Kur gut zu entfernen und spüle einfach eine Weile, bis ich den Eindruck habe, dass das meiste abgewaschen ist. Dann mache ich mit der normalen Haarwäsche weiter. Sollte beim Shampoonieren nicht alles von der Kur entfernt worden sein, wäscht mein abschließender Conditioner die letzten Reste Öl auf jeden Fall noch raus.

8. Wirkung

Bei mir wirkt diese Haarkur deutlich besser als reine Ölkuren. Ich habe einfach sehr trockene Haare und die brauchen nicht nur Fett, sondern eben auch Feuchtigkeit. Das erreiche ich durch die Mischung mit Aloe Vera, Wasser und Spülungen. Spülungen allein sind meinen Haaren wiederum oft nicht reichhaltig genug, deshalb kommt eben das Öl dazu. Mit diesem Mischmasch werden meine trockenen Locken erfahrungsgemäß einfach am glücklichsten. Und das Eigelb macht mich glücklich, weil dadurch die Anwendung deutlich vereinfacht wird (kein Kleckern und leichteres Auswaschen).

6 Kommentare

  1. Susa
    7. Dezember 2015

    Das klingt super! Ich habe schon seit längerem eine „tropffeste“ Kur gesucht. Ich werde wohl erst die Kopfhaut mit Öl behandeln und dann die Kur obendrauf. Im Winter wird meine Haut sonst furchtbar schuppig.
    Danke!

    • Wuscheline
      8. Dezember 2015

      Dann bin ich gespannt, wie es bei dir klappt!

      • Susa
        9. Dezember 2015

        Es hat wunderbar geklappt! Superweiche Haare und getropft hat auch nichts!
        (Deine Erklärung zu den Proteinen ist übrigens genau richtig – bin Bio-Studentin :))

      • Wuscheline
        12. Dezember 2015

        Schön, dass es bei dir auch so gut funktioniert! Und danke für den Hinweis zu den Proteinen, da bin ich ja froh, dass ich mir keinen Blödsinn zusammengereimt habe! :)

  2. Adelada
    16. Dezember 2015

    Habe gerade deinen Blog entdeckt und bin froh darüber : ). Ich probiere deine Pre Wash Kur gleich mal aus!

    LG Adelada

    • Wuscheline
      16. Dezember 2015

      Dann viel Spaß! :) Berichte mal, wie es funktioniert hat!

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