Warum ich mir wirklich die Haare abgeschnitten habe

Mein erster Artikel zu den Gründen, warum ich meine Haare abgeschnitten habe, ist ziemlich viel gelesen, kommentiert und diskutiert worden, hier und auf anderen Seiten (Facebook, Instagram und im Langhaarnetzwerk). Ich möchte gerne nochmal klarstellen, dass mich meine Haare nicht “unglücklich gemacht” haben, dass ich nicht unter ihnen “gelitten” habe, auch wenn das manchmal vielleicht so geklungen hat. Aber eine so große Rolle haben die Haare für mich nun auch nicht gespielt, bei mir versteckt sich da keine “Leidensgeschichte”. Ausschlaggebend fürs Abschneiden war eher die Zeit, die ich mit ihnen verbracht habe, nicht die Wichtigkeit der Haare. Wären meine Haare wirklich von so großer Bedeutung für mich, dass sie über mein Glück und Unglück bestimmen würden, hätte ich sie ja nun sicher nicht abgeschnitten.

Außerdem war es ja so, dass ich lange Haare haben wollte, mich dafür entschieden hatte, es lange Zeit ein schönes Hobby für mich war, das mir Spaß gemacht hat. Über einen großen Zeitraum hinweg habe ich mich echt gern mit meinen Haaren beschäftigt, sie gepflegt, frisiert, geschont, fotografiert, was auch immer. Das hat eine Zeit lang (bestimmt über vier bis fünf Jahre hinweg) mein Leben eher bereichert. Die Haare sind brav gewachsen, haben mir gefallen (auch im Alltag, nicht nur für Fotos), alles gut, da lohnt sich dann für mich durchaus auch ein gewisser Aufwand, den ich betrieben habe. Ich wollte ja eben ausprobieren, wie lange Haare so sind, nachdem ich noch nie in meinem Leben lange Haare gehabt habe. Es war eine bewusste Entscheidung, das mal durchzuziehen.

Es war tatsächlich so etwas wie ein Experiment für mich. Als Jugendliche hatte ich meine Haare oft sehr, sehr kurz, manchmal bis APL (also den Achseln), aber nie länger. Mit Anfang/Mitte 30 wollte ich dann eben das mit den langen Haaren auch mal probieren, wie ich mich damit fühle, wie die überhaupt aussehen mit einer großen Länge, wie sich das anfühlt, wie es aussieht, wie es halt so ist. Ein Ende des Experiments war gar nicht vorgesehen, ich war weder festgelegt auf “dann schneide ich sie sofort wieder ab” noch auf “dann bleiben sie für immer lang”. Ich wollte sie richtig lang haben und dann mal sehen, Ausgang offen. Und nun habe ich eben festgestellt, dass mich die langen Haare zu viel Zeit und Nerven kosten im Gegensatz dazu, was sie mir bedeuten, was sie mir wert sind.

Die langen Haare haben mir gefallen, aber sie waren nie Teil meiner Persönlichkeit. Ich bin kein “geborenes Langhaar”, das nur von den Umständen am Langhaarigsein gehindert wurde. Daraus habe ich ja auch nie ein Geheimnis gemacht (siehe Artikel “Warum lange Haare”). Ich weiß jetzt, dass ich durchaus schöne lange Haare haben könnte, aber that’s it. Ich definiere mich wirklich kein bisschen über diese Haare und je länger ich sie lang getragen habe, desto egaler sind sie mir geworden. Am Ende haben sie tatsächlich nur noch genervt. Experiment also beendet und ich bin zufrieden damit. Ich bin froh, dass ich es durchgezogen habe, dass ich es wirklich ausprobiert habe und ich bin auch froh, dass ich viel Spaß mit meinen langen Haaren hatte. Aber jetzt reicht’s halt auch wieder. Back to the roots, also zur Kurzhaarigkeit, würde ich meinen. Eigentlich alles ganz unspektakulär und undramatisch.

Okay, jetzt sind wir beim Thema Persönlichkeit und ich denke, da kommt man zwangsläufig an, wenn es ums Thema Haare geht, denn irgendwie sind die Haare neben anderen Dingen ja doch ein Weg, seine Persönlichkeit darzustellen, sichtbar zu machen, sich auszudrücken. Das ist es doch, weshalb wir lange, kurze, bunte, natürliche, künstliche Haare haben wollen, oder? Wir denken, dass die Haare so oder so ein guter Ausdruck unserer Persönlichkeit wären, zu uns passen. Und genau deshalb habe ich mir eben die Haare abgeschnitten, weil ich irgendwann nicht mehr das Gefühl hatte, dass die langen Haare (mit dem Aufwand, der daran hängt) zu mir passen.

Kennt ihr das, wenn ihr mal aus eurem Alltag aufwacht und euch fragt, wer ihr eigentlich seid, was ihr eigentlich wollt oder was eigentlich noch von euch übrig ist, hinter dem ganzen Alltag? Vielleicht wenn ihr mal eine Grippe habt oder im Urlaub seid oder sonstwie zur Ruhe kommt und Zeit habt und nicht immer die ganzen Routinen und der Stress um euch rum sind. Habt ihr euch vielleicht auch schonmal gedacht: Scheiße, die, die da jeden Tag zu dieser Arbeit geht, ihren Alltag mit diesen und jenen Dingen füllt, stundenlang mit Haarpflege verbringt – das bin doch eigentlich gar nicht mehr ich? Wo sind denn die Träume dieses “Ichs”, das ich einmal war, seine Interessen und das, was dieses Ich glücklich macht? Ganz an den Rand gedrängt von Arbeit und “Hobbys”, die eigentlich gar nicht zu dem passen, was mich ausmacht?

Um zu seiner eigenen Persönlichkeit vorzudringen, ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, sich seine Jugend anzuschauen, die Zeit, in der man seine Persönlichkeit entwickelt und ausbildet und sich total viel mit sich selbst beschäftigt (nicht unbedingt zur Freude seiner Mitmenschen, besonders Eltern). Ich frage mich immer wieder, was ich zwischen 14 und 17 (und bis 22) gedacht habe, gemacht habe, gewollt und geträumt habe. Für mich ist das das Fundament meiner Persönlichkeit (von dem ich mich aber selbstverständlich weiter und weg entwickle, man kann da ja durchaus einen hohen Turm drauf setzen oder auch einen Tunnel zu einer ganz anderen Stelle graben, aber das Fundament bleibt halt doch da).

Ich will nicht nochmal 16 sein, wirklich nicht. Aber ich will mein sechzehnjähriges Ich auch nicht komplett verraten. Bei der Vorstellung, was mein früheres Ich von meinem heutigen Ich halten würde, bin ich mir überhaupt nicht sicher, ob das heutige Ich da gut davonkommen würde. “Lange Haare? Schminke? Echt jetzt? Damit beschäftigst du dich? Du hast einen Beauty- und Haarblog? Und was ist mit meinen Träumen? Warum hast du dich nicht getraut? Und warum vergeudest du jetzt DAMIT deine Zeit?”. Ich schätze, das sechzehnjährige Ich wäre sehr, sehr wütend. Und außerdem wäre mein früheres Ich sehr traurig.

Als Jugendliche habe ich mich so gut wie gar nicht mit meinen Haaren beschäftigt, sie waren kurz und wenig pflegeintensiv, ich habe mal mit Farbe experimentiert, manchmal meine Freundin schneiden lassen, einfach weil die Haare mir ziemlich egal waren. Ich habe mich so gut wie gar nicht geschminkt (außer Abdeckstift und Puder, weil meine Haut nicht so gut war). Ich habe mich nicht besonders für Kleidung interessiert, ganz ehrlich: mein Äußeres war für mich wirklich sekundär. Ich war trotzdem eine hübsche Jugendliche, halt nicht aufgetakelt, sondern natürlich, ich war nicht verwahrlost oder vernachlässigt, sondern einfach gepflegt, ohne irgendwie einen Schwerpunkt darauf zu legen.

Was habe ich stattdessen getan? Gelesen, gelesen, gelesen. Literatur und Philosophie. Nachgedacht. Geträumt. Geschrieben. Fremde Kulturen und Länder entdeckt. Sprachen gelernt. Musik gehört und Klavier gespielt. Und ganz ehrlich: dahin will ich zurück. Das sind die Dinge die mich ausmachen und von denen mich der Alltag ganz schön weit weg getrieben hat.

Natürlich sind da nicht “die Haare dran schuld”, sondern ich selbst und mein Weg, wie ich mein Leben in den letzten Jahren gestaltet habe. Aber die Haare waren jetzt zuletzt durchaus ein Teil des Problems. Ich habe zu viel Zeit mit ihnen verbracht, zu viel Gedanken und Nerven an sie verschwendet. Nicht die Schuld meiner Haare, sondern meine eigene. Und vielleicht auch ein Ablenkungsmanöver, weil man sich ja oft nicht mit den wirklich wichtigen Dingen in seinem Leben beschäftigen will. Da probiert man lieber eine neue Spülung aus, statt eine lebensverändernde Entscheidung zu treffen, das ist doch klar, das ist menschlich.

Ihr seht schon, eigentlich geht es schon lange nicht mehr um Haare. Die Haare waren eher ein Symptom. Etwas, womit ich mich abgelenkt habe. Was mir Spaß gemacht hat, was aber nicht zu mir und meiner Persönlichkeit gehört. Und was mich dann sowohl zeitlich als auch mental von dem abgehalten hat, was ich eigentlich will. Ich will mehr lesen (und mich dabei anlehnen können), statt einen Tag in der Woche mit Haarpflege zu verbringen. Ich will unbesorgt fremde Länder entdecken und dabei nicht zig Haarsachen einpacken und mir um die Pflege auf der Reise Gedanken machen müssen. Ich will im Meer schwimmen und das Leben genießen. Ich will mit Yoga meinem Körper und mir selbst auf den Grund gehen. Ich will einfach keine Energie mehr in etwas stecken, was mich von den (für mich!) eigentlich wichtigen Dingen eher ablenkt, als dass es mich darin voran bringt.

Und ja, ich bin ganz allein “selbst schuld”. Dass ich mir überhaupt die Haare habe wachsen lassen, dass ich mich so viel mit Beauty und Schminke beschäftigt habe, dass ich die Haare dermaßen gepflegt und gehätschelt und geschont habe. Natürlich wäre das alles auch mit weniger Aufwand gegangen, das ist mir schon bewusst! Aber ich bin halt auch Perfektionistin und ich hatte mir das Ziel “lange Haare” gesetzt. Natürlich schone ich da. Und wenn ich weiß, was die beste Pflegeroutine ist, dann ziehe ich die halt auch durch, weil meine Haare danach am schönsten aussehen. Es fällt mir schwer, da dann abzuweichen und einfach weniger zu machen, selbst wenn ich prinzipiell weiß, dass es möglich wäre.

Deshalb mussten die Haare ab. Weil ich mich mit anderen Dingen als Haaren und Äußerlichkeiten beschäftigen möchte. Und weil ich das MIT langen Haaren nicht hinbekomme. Ich persönlich bekomme es nicht hin, weil ich versuche, das mit den Haaren automatisch möglichst gut zu machen. Und damit möchte ich eben nicht sagen, dass es andere nicht hinbekommen, weniger Zeit mit ihren langen Haaren zu verbringen und weniger Aufwand zu betreiben. Natürlich kann man lange Haare haben und sich trotzdem für andere Dinge interessieren und mit ihnen seine Zeit verbringen. Ich möchte nicht sagen, dass das nicht möglich ist. Aber es ist MIR nicht möglich.

Die Haare mussten ab, weil ich Freiraum brauche, für die Dinge, die mir wirklich wichtig sind. Und weil ich mich so auch ein bisschen dazu “zwinge”, mich nicht mehr mit den Haaren zu beschäftigen. Die kurzen Haare sind wie ein Zeichen dafür, dass sie jetzt in den Hintergrund treten, um anderen Sachen Platz zu machen. Die kurzen Haare sind Symbol meiner Freiheit. Rapunzel ist aus dem Turm ausgebrochen (siehe Bild oben). Ich bin kein Rapunzel. Ich brauche Freiheit, keinen Turm und keine langen Haare.

Weil ich jetzt schon öfter gefragt worden bin: es wird hier durchaus weitergehen, auch ohne lange Haare. Ich denke, dass sich die Schwerpunkte eben verlagern werden. Auch mit den kürzeren Haaren mache ich ja irgendwas und ich bin natürlich nicht so radikal, dass ich mein Äußeres jetzt komplett vernachlässige, das ist ja Unsinn! Ich pflege also weiterhin meine kürzeren Haare mit weniger Aufwand und gerade meine Gesichtspflege ist auch weiterhin sehr wichtig für mich (schöne bzw. unreine Haut ist eben durchaus etwas, was Auswirkungen auf die Persönlichkeit hat). Ich werde auch mal drüber schreiben, wie ich inzwischen mit dekorativer Kosmetik umgehe. Es wäre Quatsch für mich, jetzt so zu tun, als hätte es diese langhaarige Beauty-Phase in meinem Leben nicht gegeben. Ich habe viel gelernt und auch davon profitiert. Nur weil sich in meinem Leben die Schwerpunkte jetzt wieder etwas verschieben sollen, heißt das ja nicht, dass alles aus dieser Phase jetzt wieder vergessen ist. Und ich werde Körperpflege jetzt garantiert nicht aus meinem Leben verbannen! :D

Und vielleicht werde ich hier in Zukunft auch mehr über Yoga, Bücher, Filme und das echte Leben schreiben. Über das “gute Leben”. Und über mein Leben, das sich für mich ab dem Sommer auch in weiteren Bereichen ändern wird (ich bin nicht schwanger, mein Sabbatjahr beginnt im August!). Ich nehme an, “Wuscheline” wird viel persönlicher werden (so wie es dieser Artikel ja auch ist), denn eigentlich hat sie viel mehr zu erzählen. Der Blog hier ist mir nach wie vor wichtig und für mich auch die Zeit und Energie wert, die ich reinstecke, daran hat sich nichts geändert. Vor allem auch, weil ich großartige Leser gefunden habe. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr ich mich gefreut habe, als nach dem Rückschnitt der Haare vor allem positive Rückmeldungen kamen! Schließlich kennt ihr mich hier vor allem wegen der langen Haare. Dass ihr auch lest und bleibt, wenn die langen Haare weg sind, macht mich wirklich sehr froh und dankbar!

21 Kommentare

  1. rabenschwinge
    31. Januar 2017

    Wenn ich das so lesen, dann kommt es bei so an als ob Du Deine Haare aber auch Deine Schönheitspflege in Deinem Leben sehr zentriert und Dein Leben darauf fokussiert hast.

    Haare als Facette meiner Persönlichkeit…. hmmmm….. zu mir gehören meine längerwerdenden Haare wie ein Arm oder ein Bein, sagen aber so nichts über meine Persönlichkeit aus.

    Die Unbequemlichkeit…. ja nun…. ich lehne mich überall an und wenn ich in den Urlaub fahre brauche ich keinen Extrakoffer für meine Haarsachen. Mein Partner würde mich wohl killen und das zurecht. Grad in unserem Hobby (Westernhobby) haben wir schon genug Gepäck, da reduziert sich das persönliche Gepäck auf ein Minimum ;-)

    Und bei manchen Dingen wie mit einem Hund toben, im Meer oder in der Soletherme baden, krank sein, Sex, Hobby etc.pp. müssen die Haare einfach durch. Sie werden weggesteckt und damit gut.

    Und ehrlich? Wenn ich mich um meine Haare kümmere, dann ist das Qualitätszeit für mich. Zeit für mich hab ich in meinen Leben selten und die genieße ich ganz bewusst. Als Auszeit, als Ruhepol, als Blick nach innen und als Verwöhnzeit. Um dann neu und erholt in meinen chaotischen Alltag zurück zu kehren um dort meinen Aufgaben und den Anforderungen, die an mich gestellt werden, gerecht zu werden.

    Mein jugendliches Ich wäre wohl erstaunt, was man alles so leisten, entdecken und erreichen kann. Verraten habe ich es nämlich nicht, aber ich habe mich stetig weiterentwickelt, manche Träume verworfen, andere gelebt, neue entdeckt und so manch eine Überraschung des Lebens er- und auch überlebt.

    Schmunzel und ich lese immer noch gerne, höre gerne Musik, gehe weg, genieße die Kleinigkeiten des Lebens und manchmal träume ich auch nur. Allerdings mit meinen 48-jährigen Ich, dass so manches viel mehr zu schätzen und zu genießen weiß als mein 16-jähriges Ich es je wusste .

    Liebe Grüsse,
    Die Rabenschwinge

    • Wuscheline
      31. Januar 2017

      Na, klingt doch alles großartig bei dir, herzlichen Glückwunsch. :D

      Mein Leben “auf Schönheitspflege zentriert” ist ganz sicher übertrieben, ich habe jede Menge Arbeit und eine zeitintensive Familie, insofern… Aber alles ist natürlich relativ. Wie auch immer war es mir in der letzten Zeit eben zu viel in dem Bereich.

    • Viktoria
      1. Februar 2017

      Es ist nicht so sehr viele viele Frauen, denen ihre Haare quasi egal sind. Erstaunlich viele definieren sich darüber, musste ich feststellen, als ich vor einigen Jahren dank Chemo meine losgeworden bin. Ich habe viele Frauen in derselben Situation kennengelernt und war erstaunt, dass der Verlust der Haare fast immer mit Verlust der Weiblichkeit gleichgesetzt und teilweise als das Schlimmste an der ganzen Sache empfunden wurde. Auch Reaktionen aus dem Bekanntenkreis waren ähnlich.
      Mir war es relativ egal, ich fühlte mich ohne Haare irgendwie total befreit und fand das so herrlich unaufwendig.

      Aus welchem Grund auch immer -Haare sagen für Frauen eben oft etwas über sie selbst aus.

    • Viktoria
      1. Februar 2017

      Hilfe, die Autokorrektur hat nachgeholfen 😂
      Es sollte eingangs heißen, es gibt so viele Frauen…

      • Wuscheline
        1. Februar 2017

        Liebe Viktoria,
        das mit deiner Chemo wusste ich gar nicht. Ich habe das mit den langen Haaren und der Weiblichkeit aber auch noch nie kapiert. Für mich besteht da kein Zusammenhang. Ich hatte ja auch schon Glatze bzw. wenige Millimeter kurze Haare (freiwillig) und habe mich deshalb nicht unweiblicher gefühlt.

  2. Lenja
    31. Januar 2017

    Danke für den persönlichen Einblick hinter deiner Entscheidung. Kann es gut nachvollziehen was du meinst. Ich habe mich mit dem Projekt “lange Feenhaare” auch lange Zeit einfach nur beschäftigt und abgelenkt vom realen Leben und Dingen die mich traurig machten. Den Fokus so stark auf etwas richten hat mir eine Beschäftigung gegeben. Etwas positives, dass mir Freude bereitete und womit das Leben weiter ging.
    Und es gab mir einen neuen Bekannten- und Freundeskreis, Gleichgesinnte mit denen man sich austauschen kann, weil damals der nahe Freundeskreis durch Umzug und Änderungen der Lebensumstände sehr auf räumlichen und kontaktmässigen Abstand ging – wie es einfach im Leben normal ist und passiert.
    Manchmal ist ja Ablenkung nichts schlimmes, kann einfach über schlechte Phasen hinweghelfen.
    Ich bin nicht sicher, was mein 16jähriges Ich zu mir sagen würde… Denke es wäre eigentlich sehr positiv beeindruckt. Aber ich war auch nicht so stark tiefgründig und philosophisch wie du scheinbar. Bin meinem Jugend-Ich noch sehr ähnlich. Achte mittelmäßig auf mein Äußeres, schminke mich natürlich und eher dezent und bin noch immer Leseratte und Serien/Film-Liebhaber.

    Ich würde mich sehr über einen privateren Blog freuen :) Haare sind nicht alles im Leben, die Meinung haben wir gemeinsam. Und du hast sicher ein paar interessante Gedanken und Ideen!

    Liebste Grüße!

    • Wuscheline
      31. Januar 2017

      Du hast mit dem Bekanntenkreis natürlich recht, das ist einer der positiven Aspekte der Haarzucht und des Bloggens, absolut!

      Philosophisch, ja: ich hatte ja Altgriechisch Leistungskurs und habe also die Vorsokratiker, Platon etc. im Original gelesen. Meine Abiturfächer waren Deutsch, Altgriechisch und Religion – und das ist in der Oberstufe ja auch nur Philosophie. Neben der Schule habe ich noch Politische Theorien an der Hochschule für Politik studiert, weil mir sonst zu langweilig war (habe sowieso meist unter der Bank Bücher gelesen). Und mit 18 wollte ich dann Philosophieprofessorin werden. Nun ja…

      Danke für deine lieben Worte! <3

  3. strawberrymouse
    31. Januar 2017

    Sehr schöner und stimmiger Artikel; sowohl was Deine Schreibe als auch die Fotos angeht! Und ein passender Abschluss, der für mich absolut nachvollziehbar ist. Auch wenn ich so manches mal ein wenig die Hingabe des LHN belächelt habe; dass man sich so leidenschaftlich und perfektionistisch einem Hobby hingibt, kann ich absolut nachvollziehen. Irgendwann kommt aber der Punkt, wo es einfach zu viel wird, wenn man den Fokus darauf gelegt hat und andere Dinge in den Hintergrund rücken.

  4. strawberrymouse
    31. Januar 2017

    Fast vergessen: Deinetwegen habe ich jetzt mit Yoga angefangen…erst mal mit der 30 Tage Challenge; danach werde ich mir dann wohl die DVDs von Silvio Fritsche kaufen. Ich freue mich also auch auf andere Themen (auch wenn ich meine Flexi und die Haarstäbe, die ich mir Dank des Gutschein-Gewinns ausgesucht habe sehr liebe)!

    • Wuscheline
      1. Februar 2017

      Ach, das macht mich sehr fröhlich! Ich übe auch nach wie vor fast ausschließlich mit Silvio und wollte sowieso wiedermal einen Artikel dazu schreiben. Also viel Erfolg und Freude dabei! :)

  5. Peh
    1. Februar 2017

    Ich freue mich mit Dir und für Dich. Das mit dem Perfektionismus kommt mir bekannt vor, meine Haare haben mich regelrecht dazu gezwungen ihnen die best mögliche (und zeitintensivste) Pflege angedeihen zu lassen, weil sie sonst vermutlich nie bis BSL gewachsen wären. ;)

    Mir ging es auch so, dass ich im Kopf zu sehr mit den Haaren beschäftigt war, der Alltag zu sehr von ihnen bestimmt wurde und ich im Endeffekt nie das “raus” bekam, was ich investiert habe (meine Haare waren trotz unendlicher Hingabe und Pflege nie besonders schön). Umso mehr genieße ich es jetzt, dass ich sie “nur noch” kurz waschen und föhnen muss und sie jetzt mit Schulterlänge sogar trotz stark reduzierter Pflege besser aussehen.

    Ich wünsche Dir ganz viel Freude bei der Wiederentdeckung Deiner Träume und Hobbys und bin gespannt auf das, was Du davon mit uns teilen wirst. Mein sechzehnjähriges Ich war immer sehr neugierig auf Menschen und ihre Ansichten und ich bin es heute immer noch. ;)

    • Wuscheline
      1. Februar 2017

      Neugier ist ja auch was Großartiges, was man sein Leben lang behalten sollte. Daumen hoch!

  6. Steffi
    1. Februar 2017

    Auf diesen Artikel habe ich tatsächlich gewartet. Es liest sich sehr zufrieden, das freut mich für dich. Sehr schön :) Ich bin sehr gespannt darauf, mit welchen Themen es hier weitergeht und auf dein Sabbatjahr! Richtig super, dass du so was machen kannst. Wirst du Reisen?
    Gespannte Grüße ;)

    • Wuscheline
      1. Februar 2017

      Wir werden reisen, wobei das hier wegen der familiären Umstände nicht ganz so einfach ist, länger weg zu bleiben. Ganz sicher geht es aber nächsten Winter (wahrscheinlich nächsten Januar) nach Neuseeland. Süditalien/Sizilien will auch mal ausführlicher bereist werden. Und Kanada steht noch auf der Kippe, da glaube ich eher nicht, dass wir das nächstes Jahr hinbekommen werden. Aber ich freue mich auf jeden Fall schon wahnsinnig auf die Reisen! :)

  7. Pillango
    1. Februar 2017

    Liebe Wuscheline,
    ich lese regelmäßig, aber schreibe fast nie. Jetzt will ich aber danke schön sagen. Wegen Dir habe ich Frieden mit meinen ähnlich strukturierten Haaren geschlossen, und sogar die Tiefpunkte meiner Schwangerschaften überstanden. Die Ablenkung ist manchmal super, aber Haare sind nur Haare. Sie müssen Freude bereiten. Und ich muss ehrlich sein Deine kurze Haare gefallen mir genauso, wie Deine lange Haare. Ich bin gespannt, wie das Blog weiter geht. Klingt sehr spannend.
    Viel Freude mit Deinen Haaren:)!
    Pillango

    • Wuscheline
      1. Februar 2017

      Schön! Wenn ich jemandem mit dem Schreiben hier mit seinen Haaren geholfen habe, dann war es allein das ja schon wert! Danke, dass du mir das mitteilst, das macht mich richtig froh!

  8. Jemma
    1. Februar 2017

    Ich finde es sehr schön, was Du über das Fundament Deiner Persönlichkeit geschrieben hast. Ich denke auch, dass es sinnvoll ist, sich gelegentlich daran zu erinnern, was man in seiner Jugendzeit wollte, wovon man geträumt hat und sich anzuschauen, wo die Reise zwischenzeitlich hingegangen ist – und sich zu überlegen, wo sie vielleicht noch hingehen könnte. Dabei ist meine Entscheidung anders ausgefallen als Deine – ich habe meine Haare nicht abgeschnitten (und ich habe auch nicht eine so ausgedehnte Waschroutine), aber nachdem ich mich eine Weile beobachtet und wahrgenommen hatte, dass meine Haare und das Nachdenken und Diskutieren über dieses Thema einen viel zu großen Platz in meinem Leben eingenommen haben, habe ich mich vom LHN abgemeldet. (Ist das jetzt echt schon wieder zwei Jahre her?) Seither ist der haarbezogene Alltag für mich viel einfacher und minimalistischer geworden, außerdem gebe ich viel weniger Geld für Pflege und Haarschmuck aus ;-)

    • Wuscheline
      5. Februar 2017

      Ja, das mit der Abmeldung aus dem LHN klingt für mich sehr nachvollziehbar. Da war ich aber nie besonders aktiv, meine Haaraktivität war immer eher hier im Blog. Dann hätte ich also den Blog zumachen müssen, aber der ist mir dann doch zu wichtig. Schön, dass es für dich jetzt so funktioniert!

  9. Sonja
    14. Februar 2017

    Ich habe lange nicht mehr bei Dir reingeschaut – das letzte Mal hattest Du schulterlanges Haar!
    Dieser Artikel hier hat mich sehr beeindruckt – sehr weise und hat mich an mich selbst als Jugendliche erinnert.
    Das bin genauso ich – glücklicherweise nach wie vor – “gelesen, gelesen, gelesen”.
    Nicht immer ganz einfach als Erwachsene, eingebunden zwischen Familie, Arbeit und einer immer schnelleren Zeitqualität.
    Deshalb ist es für mich immer wieder wichtig zu schauen, wo ich mich evtl. “verliere” und loslassen darf, damit die wirklich wichtigen Dinge im Leben nicht zu kurz kommen…
    Die langen Haare sahen schon toll aus, allerdings stehen Dir die kürzeren Haare genauso gut!

    Liebe Grüße und ich werde wohl wieder öfter bei Dir vorbei schauen ;-)

    Sonja

  10. Christine
    18. Februar 2017

    Hallo! Nur für den Fall, dass es noch niemand geschrieben hat, aber diese Organisation macht kostenlose Perücken für Kinder, die an Haarausfall leiden: http://www.diehaarspender.at Vielleicht wäre das was für dich? Viele liebe Grüße

  11. Zoey
    30. März 2017

    Ich finde deinen Bericht sehr schön und freue mich über mehr Wuscheline. Stilstand ist furchtbar ich denke jede Veränderung hat ihr Gutes. Ich freue mich weiterhin sehr bei dir mitzulesen. Liebste Grüße, Zoey

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