Haarbande | Haare im Winter

Eine Sache gleich vorweg: ihr werdet in diesem Artikel und auch in nächster Zeit wohl keine Bilder von mir, respektive meinen Haaren sehen. Der Grund ist ziemlich einfach: ich habe doch beschlossen, mal wieder ein wenig wachsen zu lassen. Und das sieht gerade ziemlich unmöglich aus. Besonders von hinten. Ganz besonders, wenn ich drauf geschlafen habe, aber auch frisch gewaschen bin ich am Hinterkopf mit Wirbeln gesegnet, die die Situation etwas schwierig gestalten. Aus der Vergangenheit weiß ich, dass ich da durch muss. Vielleicht habe ich auch bald wieder die Nase voll und rasiere die Haare wieder ab, was eindeutig hübscher ist, ich weiß es noch nicht.

Trotzdem hatte ich total Lust, am heutigen Thema der Haarbande “Haare im Winter” teilzunehmen, trotz Foto-Problematik. Denn diesmal kommt wieder eine ganze Menge Artikel zusammen, das motiviert dann auch mich, mein Stückchen dazu beizutragen, dass es für die Leser bunt und vielfältig wird. Also ohne Fotos, aber sicher einem etwas anderen Artikel als der der anderen Mädels.

1. Kalter Kopf und Kopfbedeckungen

Das erste, was einem zu (sehr) kurzen Haaren im Winter oft einfällt, ist die Frage: frierst du nicht am Kopf? Meine Antwort darauf: nein, eigentlich nicht mehr als vorher. Ich habe ja sehr dichte, dicke Haare, also im Grunde meine eigene Wollmütze sowieso schon eingebaut. Die Ohren haben natürlich ihre eigene Problematik, aber nachdem ich früher im Winter fast immer Dutt getragen habe, gab es die vorher schon genauso. Höchstens offene Haare gewähren den Ohren einen gewissen Schutz, das war ab einer bestimmten Länge mit Schal und Jacke aber einfach zu unpraktisch. Gerade im Winter habe ich so gut wie nie offen getragen, auch um die Haare zu schonen. Die Ohren lagen also auch schon früher frei, wogegen Calos (sozusagen knöpfbare Stirnbänder) sehr gut helfen, über die ich zum Beispiel hier schon geschrieben habe.

Auf meiner Kanada-Reise habe ich tatsächlich deutlich öfter meine mitgenommenen SLAPs, also satingefütterte Beanies, getragen (hier mein Artikel dazu). Es war einfach deutlich kälter, als ich gehofft hatte und da hilft dann wirklich nur noch eine Mütze. Ansonsten bin ich kein besonders großer Mützen-Freund, sie stehen mir auch nicht gut, fürchte ich. Wenn dann trage ich lieber Baskenmützen oder Schildmützen, ein bisschen schief aufgesetzt oder so. Das löst das Ohren-Problem aber wiederum nicht, weshalb ich doch meist ganz auf Kopfbedeckungen verzichte. Gerade mit kurzen Haaren ist die Strubbelproblematik beim Absetzen der Kopfbedeckung ja nicht etwa geringer als mit langen Haaren.

2. Pflege

Meine Pflege für meine langen Haare im Winter war früher eigentlich einfach auf einen Nenner zu bringen: weniger waschen, dafür von jeder Pflege etwas mehr. Also die Haare wirklich nur alle 7-10 Tage mit Shampoo quälen (und ewig lang lufttrocknen lassen…), dafür mehr Pre Wash Kuren und vor allem deutlich mehr Leave-Ins. Besonders die Spitzenpflege mit den Haarcremes von Heymountain war für mich im Winter täglich verpflichtend. Wenn man dann sowieso Dutt trägt, ist es ja auch nicht so tragisch, wenn man mal etwas zu viel erwischt.

Haarpflege ist jetzt mit den sehr kurzen Haaren eigentlich gar kein Thema mehr und da wird auch der Winter nicht viel ändern. Aktuell wasche ich etwa alle 5-7 Tage mit mildem Shampoo (auf der Reise habe ich Urtekram Baby All over Wash zu lieben begonnen). Vor dieser Wäsche bemühe ich mich wirklich, eine Ölkur zu machen, ähnlich wie hier beschrieben. Wenn ich das Öl vor der Wäsche mindestens eine halbe Stunde einwirken lasse, habe ich nach der Wäsche weiche, glänzende, gepflegte Haare. Es entsteht gerade über mehrere Haarwäschen hinweg eine Art Schutz durch die Ölkuren, habe ich den Eindruck.

Aktuell benutze ich so gut wie nie Conditioner oder Leave-Ins, höchstens mal für den Duft. Trotz meiner trockenen Haare brauche ich dank der Ölkuren keine zusätzliche Pflege. Zwischen diesen “echten” Wäschen alle 5-7 Tage mache ich ziemlich oft WO (Wäsche nur mit Wasser), je nach Terminen, denn in der Öffentlichkeit kann ich mich wirklich nur mit frisch gewaschenen Haaren sehen lassen, wie oben angedeutet. Danach sind sie nicht sauberer, aber liegen wieder etwas besser. Ich massiere hier auch gar nicht viel oder experimentiere mit verschiedenen Wassertemperaturen, wie man das bei echtem WO machen würde (hier meine Artikelserie zu WO), sondern spüle die Haare tatsächlich einfach durch. Da meine Kopfhaut ja sehr wenig fettet, reicht mir das an Wäschen.

3. Trockenhaube

Da ich jetzt öfter und oft auch morgens wasche, hat sich das mit dem Lufttrocknen im Winter als neues Thema ergeben. Mit ganz frischem Buzzcut reicht natürlich das Trockenrubbeln mit einem Handtuch. Mit meinem dichten Haar und schon wieder über 6 cm Haarlänge (letzter Schnitt war Anfang August) reicht das aber nicht mehr. Wenn ich danach nicht raus muss, lasse ich natürlich lufftrocknen, aber mit nassen Haaren rausgehen ist eben nicht sehr angenehm und gesund. Da ich Föhnen einfach nicht leiden kann (Arme werden lahm und es ist schrecklich langweilig), habe ich nun meine Trockenhaube wieder für mich entdeckt.

Ursprünglich hatte ich sie für die Wärmezufuhr bei Pre Wash Kuren gekauft, denn dadurch können Öle und Spülungen besser ins Haar eindringen und nachhaltiger pflegen. Zum Trocknen habe ich sie gar nicht benutzt. Jetzt bin ich aber begeistert, da ich nebenher andere Sachen tun kann. Das Kabel ist ausreichend lang und so kann ich mich mit Trockenhaube auf dem Kopf nach der Dusche eincremen oder Zähne putzen oder so. Föhnen finde ich Zeitverschwendung. Mit Trockenhaube sind meine Haare trocken, wenn ich eingecremt bin. :)

Für alle Kurzhaarigen (bis Kinn oder etwas länger) ist das auf jeden Fall eine interessante Alternative, denke ich. Ich benutze die Kaltstufe, die ausreichend warm ist, aber dabei doch noch recht haarschonend sein sollte. Auch mit längeren Haaren kann man sich überlegen, ob man sich so die Kopfhaut und die Haare bis zu den Ohren trockenpusten lassen möchte, zumindest hat man dann das Gesundheitsrisiko durch nasse Haare minimiert. Und die empfindlicheren Längen bleiben dann von der Föhnluft verschont. Zumindest für den Winter wäre das eine Überlegung wert.

So weit zu “Haare im Winter”, die Artikel der anderen Haarbanditinnen findet ihr wie immer hier. Im Dezember geht es dann um “Gekordeltes”, wobei ihr da – oh Wunder – ganz sicher auf einen Beitrag von mir verzichten müsst. Allen Flechtmuffeln lege ich den Beitrag aber schonmal ans Herz!

4 Kommentare

  1. Valandriel Vanyar
    13. November 2017

    Warme und schöne Mützen finde ich auch echt sehr schwer :/ Wenn ich nach was aussehen will, nehme ich daher nach wie vor entweder gar nichts oder das Calorimetry. Habe mir aber vorgenommen, diesen Winter mal viele Mützen durch zu probieren. Irgendwas muss es doch geben, das mir steht!

    Liebe Grüße und viel Erfolg beim Wachsen lassen :)
    Valandriel

    • Wuscheline
      14. November 2017

      Ich experimentiere gerade mit gewickelten Tüchern, Schals und Turbanen. Ist schon ein bisschen gewöhnungsbedürftig, ich finde mich damit aber hübscher als mit so mancher Mütze… ;-)

  2. Susi
    13. November 2017

    Ich bin auch ein Fan von der Trockenhaube (auch wenn mich meine Kinder immer auslachen wenn ich sie “trage”) weil die Haare schonender getrocknet werden und meine Naturwelle dann besser rauskommt. Schneller als föhnen geht es finde ich auch: ich hab schulterlanges Haar und meine Enden stopf ich noch drunter damit auch wirklich alle Haare trocken werden. Ein Hoch auf Trockenhauben ;).

    • Wuscheline
      14. November 2017

      Ah, sehr schön, dass du dich hier als Trockenhauben-Fan zu Wort meldest, danke dir! Ich glaube auch, dass die Trockenhaube gerade etwas für Wellen und Locken tut (bei meiner Länge allerdings noch nicht). Und das mit “den Enden drunterstopfen” ist sicher auch ein guter Tipp zum Ausprobieren für die mit halblangen Haaren. Danke fürs Teilen deiner Erfahrungen! :)

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