Feuchtigkeit für trockene Haare | Haarbande

Heute geht es in der Haarbande um Feuchtigkeit für trockenes Haar und das ist auf dem Wuscheline-Blog ganz sicher kein neues Thema. Denn wellige und lockige Haare sind fast immer trocken bzw. haben zu wenig Feuchtigkeit und meine ganz bestimmt. Was also kann man tun, um zu Trockenheit neigende Haare mit Feuchtigkeit zu versorgen oder die Feuchtigkeit im Haar zu halten? Hier ein paar Anregungen.

Feuchtigkeit für trockene Haare | Haarbande

1. Seltener waschen

Vielleicht klingt das erstmal seltsam und unlogisch, aber meiner Erfahrung nach stimmt es: weniger Waschen bringt den Haaren mehr Feuchtigkeit. Und mit „weniger“ meine ich einerseits seltener und andererseits schonender.

Jede Haarwäsche trocknet die Haare aus, raubt ihnen Feuchtigkeit, die nach der Wäsche wieder zugeführt werden muss (meist durch Spülung, Kur, Leave-Ins, Sprays usw.). Wenn man trockene Haare hat (und um die geht es hier ja), ist es meist kein Problem, auf einen Haarwaschrhythmus von einer Woche oder seltener zu kommen. Und wenn das kein Problem ist, dann sollte man die Haare auch nicht öfter waschen, außer es ist unbedingt nötig.

Man kann das auch umgekehrt denken: jede weggelassene Wäsche lässt dem Haar die eigene Feuchtigkeit bzw. den Schutzmantel, den das körpereigene, pflegende Sebum um die einzelnen Haare bildet. Seltener waschen heißt also mehr Feuchtigkeit im Haar.

Falls man wirklich das Gefühl hat, dass dem Haar „Wasser“ fehlt (bei trockener Luft ist das evtl. manchmal der Fall), kann man die Haare einfach etwas mit Wasser einsprühen, statt zu waschen.

2. Schonender waschen

Klar, irgendwann und irgendwie muss man seine Haare zumeist waschen. Wenn man trockenes und/oder welliges Haar hat, dann sollte man sich Gedanken um die Waschmethode machen und eine auswählen, die die Haare schont und ihnen möglichst viel Feuchtigkeit „lässt“, den Schutzmantel wenig angreift.

Der erste Schritt ist sicherlich, aggressive Tenside zu meiden, also etwa Sodium Lauryl Sulfate, Sodium Laureth Sulfate, Ammonium Lauryl Sulfate, Sodium Cocoate, Sodium Palmitate, Sodium Tallowate, Sodium Laureth Sulfate, Sodium Myreth Sulfate und Sodium Lauryl Sulfoacetate. Nicht umsonst wird also häufig von ’sulfatfreien‘ Shampoos gesprochen, denn das sind meist die milderen Alternativen.

In einem zweiten Schritt kann man dann überlegen, ob man wirklich (jedes Mal) ein Shampoo braucht. Vielleicht wäscht man ja nur jedes zweite Mal mit einem Shampoo und weicht jedes zweite Mal auf eine andere, noch schonendere Methode aus. Oder geht irgendwann ganz zu alternativen Waschmethoden über.

Möglichkeiten wären etwa die CO-Wäsche nur mit Conditioner bzw. Spülung oder einem extra Co-Wash-Produkt. Man könnte die Wäsche mit Roggenmehl, Lavaerde, Kräutern oder HES (Honig-Ei-Shampoo) ausprobieren. Oder einfach nur mit Wasser (also WO) waschen. Hier habe ich mal alternative Waschmethoden zusammengestellt, noch mehr findet ihr im passenden Haarbande-Beitrag.

3. Kein Alkohol!

Und damit meine ich hier die Haarpflege. Alkohole trocknen die Haare aus, besonders in Produkten, die länger im Haar bleiben, also Finger weg davon! Leider ist in vielen günstigeren Naturkosmetik-Produkten Alkohol zur Konservierung eingesetzt. In jedem Leave-In, Gel usw. ist das aber wirklich Gift für die meisten Haare, während es in einem schnell wieder ausgespülten Condi evtl. noch hinzunehmen ist.

Zu den reizenden und austrocknenden Alkoholen gehört übrigens u.a. alcohol, alcohol denat., isopropyl alcohol, benzyl alcohol, polyvinyl alcohol und ethanol. Unbedenklich sind dagegen die pflegenden Alkohole wie etwa Cetearyl alcohol, cetyl alcohol, behenyl alcohol, stearyl alcohol. Warum das so ist, müsst ihr Chemiker fragen. ;-) Beide Listen sind nicht ganz vollständig, das sind aber die wichtigsten Alkohole in Kosmetikprodukten.

4. Wenig oder kalt föhnen

Dass Hitzebehandlungen (Lockenstab und Glätteisen) tödlich fürs Haar sind und (nicht nur) die Feuchtigkeit zerstören, muss ich nicht schreiben, oder? Aber auch langes und/oder heißes Föhnen sollte man sein lassen, wenn man zu trockenen Haaren neigt.

Will man föhnen (zum Beispiel im Winter, weil es sonst zu kalt wird), föhnt man am besten nur die Kopfhaut bzw. den Ansatz trocken. Und da merkt man dann ja selbst, dass eine lauwarme oder kalte Föhnstufe angenehmer ist, damit man sich die Haut nicht verbrennt. Achtung Werbung, aber ich kann euch wirklich den Dyson empfehlen, der eine gute Kaltstufe hat und dennoch relativ schnell die Haare trocken bekommt (und mit dem Diffusor Locken schön definiert).

5. Bürsten

Ja, auch Bürsten könnte Feuchtigkeit bringen, indem man nämlich das Sebum von der Kopfhaut in die trockeneren Spitzen verteilt. Man kann dazu eine Wildschweinborstenbürste benutzen, meiner Erfahrung nach strapaziert das die Haare auf Dauer aber ganz schön durch die mechanische Belastung.

Mein Favorit ist deshalb eine große Holzbürste oder Paddle-Brush (Tek oder Fripac Medis). Damit macht man dann die klassischen 100 Bürstenstriche (möglichst schonend und langsam und nur im zuvor entwirrten Haar!) und tut damit den Längen einen Gefallen.

6. Rinsen

Leinsamen und Kräuter schenken meinen Haaren nach der Wäsche ein wenig Feuchtigkeit und Geschmeidigkeit. Und Essig in der Rinse (die ich nicht ausspüle), sorgt dafür, dass sich die Schuppenschicht der Haare sich schließt und die Feuchtigkeit schön drin bleibt. Mehr zu meiner Rinse könnt ihr hier lesen.

7. Schutz in der Nacht

7-8 Stunden auf einem Kopfkissen herumliegen und über den Stoff reiben kann Haare ganz schön austrocknen. Baumwolle saugt die Feuchtigkeit regelrecht aus den Haaren. Da ich das bei trockenen Haaren nicht haben will, gibt es mehrere Varianten, um die Haare in der Nacht zu schützen. Variante 1 ist ein Kissenbezug aus Seide oder sehr glattem Satin. Variante 2 ist eine Form der Kopfbedeckung, eine ‚Schlafmütze‘. Und Variante 3 ist bei längeren Haaren ein ‚Zopfschoner‘. Die letzte Zusammenfassung zum Thema findet ihr in meinem Artikel zu Spliss und Haarbruch.

8. Pflege

Wenn man alle oberen Punkte beachtet, dann hat sich das Feuchtigkeitsproblem vielleicht schon erledigt. Außer man hat wirklich trockene Haare oder eben Locken (die halten Feuchtigkeit einfach weniger gut) oder sehr lange Haare. Die Spitzen sind bei langen Haaren natürlicherweise trockener und brauchen mehr Feuchtigkeit.

Bewährt haben sich hier Haarcremes (Feuchtigkeit und Fett) oder die LOC-Methode (erst Feuchtigkeit in Form von Wasser, Aloe Vera Gel oder Ähnlichem, dann wenige Tropfen Öl, dann noch eine Creme). Oder einfach ein paar Tropfen Öl ins feuchte Haar, damit die Feuchtigkeit sozusagen „eingeschlossen“ und im Haar gehalten wird.

Öle sind eine Wissenschaft für sich und verschiedene Öle funktionieren bei verschiedenen Haartypen unterschiedlich gut, man muss also ein wenig experimentieren. Und man sollte im Kopf behalten, dass Öle selbst keine Feuchtigkeit spenden. Bei vielen (Ausnahmen bestätigen die Regel!) funktioniert Öl auf feuchtem Haar dann eben besser als auf trockenem Haar.

Ich benutze eigentlich nur noch das selbstgemixte Sebum-Mix (Rezept hier) oder ein paar Tropfen Hair Balm von Hairstory, das aber eher mal zum Anlegen von Frizz. WO hat mein Feuchtigkeitsproblem für den Moment gelöst, jetzt gilt es abzuwarten, wie sich das bei länger werdenden Haaren entwickelt…

Lest weitere Ideen für Feuchtigkeit in der Haarbande nach! Und freut euch im Januar auf Artikel mit einem Jahresrückblick und unseren haarigen Plänen/Zielen für 2021.

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