Haarbande | Alternative Waschmethoden

Zwischen zwei Reisen (Süditalien und Südfrankreich) bin ich mal daheim und natürlich dabei beim Haarbande-Artikel “Alternative Waschmethoden”. Dieses mein freies Jahr geht viel schneller herum, als ich anfangs gedacht hatte, und es war eindeutig zu wenig Zeit für Blog und Wuscheline da. Aber immerhin der Haarbande bleibe ich treu, wenn sich meine Prioritäten sonst auch etwas verschoben haben. Und zum Thema alternative Waschmethoden habe ich natürlich etwas zu sagen, denn ich habe schon einiges ausprobiert…

Haarbande | Alternative Waschmethoden

1. CO – Conditioner Only

Beginnen wir mit der alternativen Waschmethode, die ich meistens nutze: CO, Abkürzung für Conditioner Only. Dies ist die nach der Curly-Girl-Methode vorgeschlagene Waschmethode und so wasche ich meine Haare in den meisten Fällen. (Mehr zur Methode auch in diesem tollen Buch.) Nur alle zwei Wochen benutze ich sulfatfreies Shampoo oder Ähnliches, um eine Art “Grundreinigung” meiner Haare durchzuführen.

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Für CO brauche ich vor allem eines: viel. Viel Spülung bzw. Conditioner, versteht sich. Denn ich massiere eine üppige Menge davon (wie ein Shampoo) in Kopfhaut und Ansatz und meistens mache ich noch einen zweiten Durchgang und verwende denselben Condi dann nochmal, vor allem für die Spitzen, wie eine Spülung eben. Deshalb ist es nicht unbedingt von Nachteil, einen günstigen Conditioner für CO zu verwenden.

Hier ist mir wichtig, dass er silikonfrei ist und möglichst wenig austrocknenden Alkohol enthält (im Leave-In ist Letzteres noch wichtiger, da es länger im Haar bleibt, aber auch beim Condi lohnt es sich, darauf zu achten). Zwei Spülungen aus der Drogerie, die ich euch für CO empfehlen kann, sind Fructis Aloe Hydra Bomb und Wahre Schätze Kokoswasser. Über iherb sind der Desert Essence Kokos und Italian Lemon Conditioner auch recht günstig, momentan versendet iherb aber nicht nach Deutschland (also bleibt nur Amazon).

Wichtig ist bei CO neben der Menge das Massieren der Kopfhaut mit Conditioner (mit den Fingerspitzen, nicht den Nägeln), wie bei Shampoo eben, vielleicht eine Idee länger. Teilweise geistern aber absurd lange Zeitangaben durchs Internet, meiner Erfahrung nach ist das überhaupt nicht nötig. Eine weitere gute Idee ist es, die Spülung eine Weile einwirken zu lassen (beim ersten oder zweiten Durchgang). Und besonders wichtig ist es, den Condi gut auszuspülen. Manche Curly Girls lassen aber auch etwas davon gleich als Leave-In im Haar, insofern…

Bei der CO-Wäsche finde ich definitiv praktisch, dass es schnell und unkompliziert geht. Außerdem braucht man nur eine einzige Flasche in der Dusche. Gerade auf Reisen spart man mit CO Platz. Außerdem trocknet CO die Haare auch deutlich weniger aus als jedes Shampoo. Jeder mit trockenen Haaren, besonders mit Wellen oder Locken, sollte CO mal ausprobieren.

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Gerade in der Curly-Girl-Szene gibt es auch eine Menge Spezialprodukte für CO, also reinigende Conditioner. Extrem beliebt ist der “Coconut Cowash” von As I am und ich war beim Ausprobieren auch mehr als begeistert! Gaaanz weiche, leichte, saubere und dennoch gepflegte Haare, der kann wirklich was! Ähnlich toll finde ich die Variante von Boucleme*, den Curl Cleanser, auch ein CO-Produkt. Das hat mich auf meiner Italienreise treu begleitet und ich liebe den unaufdringlichen Duft und die unkomplizierte Anwendung. Jedenfalls muss man sich bei diesen Spezialprodukten keine Sorgen machen, dass sie sich auf der Kopfhaut ansammeln und/oder Build up verursachen.

Bestellt habe ich mir auch den Cleansing Conditioner von BounceCurl. Das ist dann schon wieder eine größere Investition, aber auch hier wird allerseits über den grünen Klee gelobt. Mal sehen, ob er für mich hält, was er verspricht… Gute Bezugsquelle für solche speziellen Cowash- und überhaupt Lockenprodukte ist Naturalistic Products* aus Großbritannien, so spart man sich aktuell (noch) den blöden Zoll und weitere Quärelen. Boucleme* ist selbst britisch, hier kann man also direkt bestellen. Bei Lookfantastic oder ContentBeauty wird man auch ab und zu fündig.

2.Tonerde, Wascherde, Lavaerde

Ganz früher (lange vor diesem Blog, im Jahre 2007 nach Lektüre dieses Buches) habe ich mal versucht, meine Haare mit Lavaerde bzw. Wascherde bzw. Ghassoul zu waschen. Gefühlt habe ich mir dabei Löcher in die Haare gerubbelt, die Erdteilchen waren mir zu grob und scharfkantig und das Ausspülen war bei meiner Menge an Haaren auch eher eine Qual, die Haare waren danach trocken, stumpf und struppig. Also etwas für den Körper bei mir, nicht für die Haare.

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Jetzt wollte ich aber doch mal eines der vielgepriesenen Curly-Girl-Produkte für meine zweiwöchentliche Grundreinigung benutzen und zwar den “Moroccan Lava Curl Refresh Clay Wash” von Flora&Curl. Das Produkt wird als Reinigung inklusive Deep Conditioning angepriesen (normalerweise sollte man nach einer gründlichen Reinigung ja immer eine intensive Haarkur machen, hier also beides in einem).

INCI

Bentonite (Bentonite) Clay***, Moroccan Lava (Rhassoul) Clay***, Musa Sapientum (Organic Banana) Powder*, Cocos Nucifera (Organic Coconut) Milk Powder*, Acanthopanax Senticosus (Siberian Ginseng) Extract, Proprietary blends of Eucalyptus Smithii (Eucalyptus) Oil, Mentha Piperita (Peppermint) Oil, Lavandula Angustifolia (Lavender) Oil, Geraniol**, Citronellol**, Linanool**

Man rührt das Pulver mit Wasser an und ich kann sagen: a) es riecht sehr lecker und blumig (wer hätte das bei dem Firmennamen gedacht) und b) hier gibt es keine Ecken und Kanten, das Ergebnis ist ein ganz feiner, geschmeidiger Brei. Damit kann man sich also völlig unbesorgt Haare und Kopfhaut massieren! Noch dazu bleibt der Brei während der Einwirkzeit (ca. 15 Minuten) da, wo er soll, nichts tropft oder kleckert. Anwendung also schonmal fein.

Nach dem Auswaschen hatte ich das Gefühl, dass die Haare tatsächlich sauber und etwas “rauh” sind. Mit Conditioner danach und Leave-In war aber alles wieder weich. Für eine bessere Beurteilung des Produkts müsste ich sicher noch weitere Male testen. Ich kann mir das Pülverchen aber gut als ca. monatliche Reinigung vorstellen.

3. WO – Water only

Jetzt kommen wir zu den alternativen Waschmethoden, die ich zwar aktuell nicht benutze, aber recht ausführlich ausprobiert habe. Dazu gehört vor allem WO, also Water Only, Waschen nur mit Wasser. Getestet habe ich es schon zwei Mal recht ausführlich und eigentlich hat es gut funktioniert. Gescheitert ist es vor allem an meiner Lust, neue Dinge auszuprobieren und mit Haarpflege zu experimentieren – das geht mit WO halt nur begrenzt. Da ich aktuell einiges an Produkten (v.a. Leave-Ins und Gel) verwende, passt meine Haarpflege momentan auch nicht so gut zu WO.

Trotzdem kann ich guten Gewissens weiterempfehlen, diese Methode mal auszuprobieren, vor allem bei trockenen Haaren! Meine Artikelreihe zum Thema (mit Fotos) findet ihr hier im Blog:

1 | Vorüberlegungen, Erfahrungen und Erwartungen
2 | Reinigungswäsche als Vorbereitung
3 | Pflege für die Haarspitzen mit Sebum-Mix
4 | Bürsten: wie, wann, womit?
5 | Wie wäscht man Haare nur mit Wasser?

4. Haarseife

Als ich diesen Blog gestartet habe (Anfang 2013), habe ich mit Haarseife gewaschen. Eigentlich habe ich diesen Blog nur begonnen, um meine Ergebnisse mit Haarwaschseifen zu dokumentieren. Fast zwei Jahre habe ich dann mehr oder weniger ausschließlich mit Shampooseife gewaschen, bis Anfang 2015. Meiner Erfahrung nach macht Seife besonders glänzende Haare, außerdem hat es bei mir die Locken eher unterstützt, quasi wie ein leichter Festiger.

Aufgehört mit Seife habe ich einerseits wegen dem Aufwand (saure Rinse immer nötig, dazu auch Spülung, sonst waren meine Haare nicht gepflegt genug). Andererseits habe ich irgendwann gelernt, dass der ph-Wert der Seife alles andere als gut für die Haut (also auch die Kopfhaut!) ist. Negative Auswirkungen hatte ich nie, aber ich habe auch nur alle 7-10 Tage gewaschen, da konnte meine Kopfhaut die basische Seife anscheinend ganz gut wegstecken. Ganz ausgeschlossen ist es also nicht, dass ich irgendwann mal wieder mit Haarseife experimentiere.

Wichtige Artikel/Seiten zur Haarseife auf meinem Blog:

Neu bei der Haarbande

Mit dabei ist erstmals die neue Haarbanditin Theresa mit ihrem Blog. Seit 2014 dreht sich auf „Projekt Schminkumstellung“ alles um die Umstellung von konventioneller Kosmetik auf Naturkosmetik. Dabei macht Theresa kontinuierlich kleine Schritte in Richtung eines einfacheren Lebens. Nach langjähriger stiefmütterlicher Behandlung ihrer ungefärbten Naturwellen wäscht sie sich diese seit Anfang 2017 nach der Water Only Methode und berichtet über ihre Erfahrungen damit.

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1 Kommentar

  1. Liebe Wuscheline,
    hach ja, du bist mit deinen tollen WO-Berichten ja nicht ganz unschuldig an meiner derzeitigen Liebe für diese alternative Haarwaschmethode *hehe*.
    Mit Lavaerde hatte ich ein halbes Jahr lang mal sehr gute Erfahrungen gemacht. Seife (Aleppo) ging bei mir dafür gar nicht, wobei ich auch nicht gerinst habe und sie nur 1-2 Mal probiert habe, was schon länger her ist. Damals habe ich mich damit nicht weiter auseinndergesetzt, vor allem weil ich quietschig-saubere Haare und Kopfhaut gar nicht mag.
    CO-Washing habe ich einige Male probiert, aber mit einem ziemlich reichhaltigen Conditioner, was meine Haare sehr beschwert hat. Neben Amla/Roggenmehl/Lavaerde wäre das aber mein Mittel der Wahl, wenn ich mal eine Zwischenwäsche während WO brauche.
    Liebe Grüße und ich freue mich sehr über die Aufnahme bei der Haarbande (: .

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