Water only 5 | Wie wäscht man Haare nur mit Wasser?

Heute erscheint die vorerst letzte Folge meiner kleinen Water-only-Reihe, diesmal mit der Frage: wie wäscht man sich eigentlich die Haare, wenn man nur mit Wasser wäscht? Was muss man beachten bzw. was hat sich bei mir für Water only als gut und sinnvoll herausgestellt? Der Artikel stellt meine Erfahrungen zum Thema dar, es kann natürlich sein, dass es bei euch mit anderen Haareigenschaften und anderem Wasser ganz anders aussieht. Trotzdem sind meine Erläuterungen vielleicht für den einen oder anderen hilfreich.

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1. Vor der Wäsche bürsten: alle wichtigen Infos dazu findet ihr hier. Nur so entfernt ihr schon VOR der Wäsche Staub und groben Schmutz aus dem Haar und meiner Meinung nach kann WO so deutlich besser funktionieren.

2. Kopfüber waschen: bei mir hat sich das absolut bewährt! Ich habe sowieso immer so gewaschen, bei Water only habe ich tatsächlich nochmal beide Richtungen ausprobiert und bin auch zu dem Schluss gekommen, dass kopfüber besser funktioniert. Unter anderem liegt das daran, dass der Hinterkopf bei den meisten Menschen mehr Fett produziert. Vielleicht weil dort mehr Drüsen sind, vielleicht weil man viel auf dem Hinterkopf liegt und so die Sebumproduktion angeregt wird. Wie auch immer, kopfüber kann man deutlich besser das Fett aus den Haaren entfernen oder auch Richtung Spitzen verteilen.

3. Wassertemperatur variieren: Während man bei normalen Haarwäschen eher lauwarmes, jedenfalls nicht zu heißes Wasser verwenden sollte, kann man bei Water only ruhig etwas variieren. Ich habe oft lauwarm angefangen, habe mich dann zu wärmeren Temperaturen gesteigert und zum Schluss die Haare wieder kühler gespült. Je heißer das Wasser ist, desto mehr Fett wird aus dem Haar entfernt. Das heißt, man kann die Temperatur auch darauf abstimmen, wie fettig die Haare aktuell sind, je fettiger desto heißer sozusagen. Bei manchen Menschen regt heißes Wasser die Sebumproduktion nach der Wäsche allerdings wiederum an, das muss man austesten, ich habe bei mir keinen solchen Effekt feststellen können. Eine angenehme Duschtemperatur oder etwas wärmer als am Körper hat sich für mich auch für die Haare als richtig herausgestellt.

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4. Kopfhaut und Ansatz massieren: Auch bei Water-only sollte man seine Kopfhaut und den Ansatz der Haare gut massieren, eher noch besser bzw. mehr als mit Shampoo. Ansonsten simuliert man aber sozusagen einfach: man stellt sich den Schaum im Haar nur vor und massiert genauso, als hätte man Shampoo auf dem Kopf! All das am besten bei laufendem Wasser, sodass gelöster Schmutz bzw. Fett gleich weggespült werden kann. Auch durch dieses Vorgehen wird das Haar nämlich mechanisch gereinigt. Bitte nicht die Fingernägel einsetzen und kratzen, sonst verletzt ihr die Kopfhaut, sondern nur mit den Fingerspitzen massieren!

5. Duschkopf von allen Seiten einsetzen: Wenn man nur mit Wasser wäscht, sollte man besonders gut darauf achten, dass das Wasser auch wirklich von allen Seiten durchs Haar fließt, ähnlich als würdet ihr ein Reinigungsprodukt wirklich gut ausspülen wollen. Also haltet den Duschkopf an verschiedene Stellen, besonders auch an den Ansatz rings herum und die Schläfen, möglichst aber auch an verschiedene Stellen des Hinterkopfes. Ich stelle dazu den Duschstrahl gern möglichst “hart” ein und halte ihn sehr nah an den Kopf. Falls das bei euch nicht möglich ist, solltet ihr den Kopf auf jeden Fall unterschiedlich unter den Duschkopf halten und währenddessen eben von allen Seiten massieren.

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6. Saure Rinse bei Bedarf: Ich habe nicht bei jeder WO-Wäsche sauer gerinst, da ich “nur” mittelhartes Wasser habe. Ungefähr jedes zweite Mal kam aber zumindest irgendwas saures zum Einsatz. Manchmal habe ich ca. 2-3 EL von meinem gewürzten Apfelessig in 1,25 l gefiltertes Wasser gegeben, das über die Haare geschüttet (vor allem in den Ansatz!), kurz einwirken lassen wie eine Spülung und dann wieder sorgfältig ausgespült. Das glättet die Haare und die Säure entfernt auch nochmal Fett aus dem Haar (streng genommen ist das dann kein Water only mehr, aber das war mir egal). Gerade wenn die Haare sich wachsig anfühlen, ist das eine gute und schnelle Hilfe. Manchmal habe ich auch nur 1 EL Himbeeressig und rötlichen Haartee als Rinse eingesetzt, den habe ich dann im Haar gelassen, denn der Früchtetee duftet ja auch gut.

7. Waschen in der Badewanne: Sehr praktisch ist es auch, ab und zu in der Badewanne zu waschen. Da kann man in aller Ruhe mit dem Kopf ins heiße Wasser tauchen und hier genüsslich die Kopfhaut und den Ansatz massieren. Allerdings ist das dann noch weiter weg von Water only, zumindest bei mir, denn ich habe Badezusatz verwendet und der enthält ja (zumindest ein wenig) Tenside. Allerdings sind diese ja so extrem verdünnt, dass man fast darüber hinwegsehen kann, oder? Nachdem es mir sowieso immer nur um die Einfachheit und das Befreiende der WO-Methode und nicht um das strenge “Es-darf-absolut-nur-Wasser-an-die-Haare” ging, finde ich das mit dem Badezusatz völlig okay. Bei mir hat das nie so stark entfettet, dass man die Nachteile einer “normalen” Wäsche dadurch hätte, d.h. dass es die Haare so austrocknen würde, dass man hinterher wieder extrem pflegen müsste, es hat den Schutzfilm der Haare, den man nach einer Weile aufbaut, nicht komplett entfernt.

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Benutzt habe ich dazu Badezusätze von Dresdner Essenz, allerdings nur bestimmte, denn die hier abgebildeten enthalten kein Salz/Meersalz, was die Haare wahrscheinlich wieder austrocknen würde. Sie enthalten andererseits aber auch nur Sodium Coco-Sulfate und keine aggressiveren Tenside, was sie sicherlich wieder etwas WO-verträglicher macht. Bei Kerzenschein und die Cremebäder aus der Verwöhnmomente-Box kann ich euch jedenfalls nur ans Herz legen! Und die Düfte halten sich dann tatsächlich auch im WO-Haar! Nach dem Baden habe ich die Haare nur noch kurz und kühl ausgespült, das war’s.

Weitere Artikel zu Water Only:
1 | Vorüberlegungen, Erfahrungen und Erwartungen
2 | Reinigungswäsche als Vorbereitung
3 | Pflege für die Haarspitzen mit Sebum-Mix
4 | Bürsten: wie, wann, womit?

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3 Kommentare

  1. Jane D.
    15. November 2016

    Hallo Wuscheline :)
    Das ist schade, dass das dein letzter Artikel ist :(
    Berichtest du, wie es weitergeht?
    Nutzt du deinen Sebum-Mix noch sind die Längen inzwischen nicht mehr so trocken?

    Ich hoffe, du machst an und ab mal einen Bericht zum State of the Art – ich fände das jedenfalls super!

    Sei lieb gegrüßt!

    M

  2. Jane D
    15. November 2016

    Hups – da habe ich ein Fragezeichen vergessen…

    Und ich beziehe mich natürlich auf deine WO-Reihe…😎😜
    Liebe Grüße!

  3. Kevin K.
    7. Mai 2017

    Hallo Wuscheline :)
    Danke für diesen Artikel und die ganze Serie. Da ich selbst sehr empfindliche Haare habe, suche ich viele Möglichkeiten, um meine Haare schonend zu waschen. Am liebsten natürlich komplett ohne Shampoo…
    Mit deinen Tipps und meinen sowieso kurzen Haaren sollte das kein Problem mehr sein ;)

    Beim Temperieren und Massieren sollte man aber nicht nachlässig sein, denn das Sebum muss ja schließlich runter vom Kopf. Da normalerweise hauptsächlich Alkohol und die Tenside (Sulfate) in Shampoos dafür sorgen, muss man jetzt besonders gründlich sein.
    Bitte mehr solcher super Artikel :D
    Liebe Grüße!

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